Feierliche Grundsteinlegung
Heute Vormittag wurde der Grundstein für das größte kommunale Bauprojekt in der fast 60jährigen Geschichte der Stadt Schwarzheide, das Leistungszentrum Lausitz, gelegt. Bürgermeister Christoph Schmidt begrüßte gemeinsam mit den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Schwarzheide, Mathias Schiller und Ronny Jäkel die zahlreichen Persönlichkeiten des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens, die am Montagmorgen angereist waren, um diesem historischen Moment beizuwohnen. Vor dem Hintergrund der Fachkräfteentwicklung hatte die Stadt Schwarzheide seit 2018 die Federführung für die Errichtung eines Leistungszentrums als Ergänzung des bestehenden Angebotes der Aus- und Weiterbildung für industrielle Berufe in der Region übernommen. Für den Strukturwandel in der Lausitz ist die qualifizierte Fachkräfteentwicklung von enormer Bedeutung. Das Leistungszentrum Lausitz wird mit seinem hohen Qualitätsanspruch die Betriebe in der Region deutlich bei der bedarfsgerechten Aus- und Fortbildung ihrer Auszubildenden und Beschäftigten entlasten und unterstützen. Es wird mit den neuesten Lehr- und Lernmethoden sowie einem hohen Digitalisierungsgrad im Hinblich auf die Anforderungen der Industrie 4.0 ausgestattet.
Die Ministerin und Chefin der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, Frau Kathrin Schneider, würdigte in ihrer Ansprache die herausragende Bedeutung dieses, im Land Brandenburg bisher einzigartigen Großprojektes für die Wirtschaftsregion Westlausitz und für das gesamte Land Brandenburg. „Heute beginnt der Bau eines herausragenden Projekts. Das Leistungszentrum Lausitz wird ein weiterhin sichtbarer Meilenstein des Lausitzer Strukturwandels. Mit dem Bauwerk investieren wir direkt in die Aus- und Weiterbildung und folgen damit dem Auftrag des Lausitzprogramms 2038 und den Forderungen der Wirtschaft. In das überbetriebliche Ausbildungszentrum werden 140 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln investiert. Damit schaffen wir ein attraktives Bildungsangebot für junge Menschen, die wir dringend für den Erfolg des Strukturwandels brauchen. Gute Bildung und ein attraktives Lebensumfeld sorgen für Ansiedlungen und Zuzug. Die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen wird langfristig gestärkt.“
Dr. Klaus Freytag, Lausitzbeauftragter des Ministerpräsidenten, der das Projekt von der Idee im Jahr 2018 bis zum heutigen Tag aktiv begleitet hat, betonte: „Wir setzen unser Lausitzprogramm 2038 konsequent um und investieren in die betriebliche Ausbildung. Mit so starken Angeboten wie am künftigen Leistungszentrum halten wir unseren Nachwuchs in der Region und überzeugen junge Menschen, hierherzuziehen. Daher ist der Standort im Herzen der Lausitz der richtige. Das zeigen auch die vielen Partner, die bereits eine Zusammenarbeit mit dem Leistungszentrum besiegelt haben. Mit dem Leistungszentrum in Schwarzheide entsteht ein einzigartiges Herzstück für MINT-Berufe, das Strahlkraft über die Landesgrenzen hinweg entwickeln wird. Es wird einen bedeutenden Beitrag zur Fachkräfteentwicklung leisten.“
Der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze: „Eine starke Wirtschaft lebt von gut ausgebildeten Fachkräften. Mit dem Leistungszentrum Lausitz reagieren wir gezielt auf die Bedarfe der Unternehmen in unserer Region und bereiten Fachkräfte optimal auf die Anforderungen einer zunehmend komplexen und digitalisierten Arbeitswelt vor. Ob Ausbildung, Umschulung oder Weiterbildung – das künftige Leistungszentrum Lausitz bietet Betrieben ein hochmodernes, praxisnahes Ausbildungszentrum und ergänzt die klassischen Bildungsangebote auf wertvolle Weise. So schaffen wir einen Ort, an dem junge Menschen und gestandene Fachkräfte die besten Voraussetzungen für ihre berufliche Zukunft erhalten – und gute Voraussetzungen dafür, dass unsere Region stark und zukunftsfähig bleibt.“
Betreiber dieser betrieblichen Ausbildungsstätte ist die TÜV Rheinland AG. Der Betreibervertrag für das Leistungszentrum wurde am 18. Januar 2023 geschlossen. Andreas Ollhoff, Geschäftsführer TÜV Rheinland Akademie GmbH: „Nach intensiver Planung und gemeinsamer Vorarbeit freuen wir uns sehr, dass mit der heutigen Grundsteinlegung der physische Startschuss für das Leistungszentrum Lausitz fällt. Dieses Projekt ist ein wichtiger Meilenstein für die Region und unterstreicht die Bedeutung von moderner Aus- und Weiterbildung. Als Betreiber ist TÜV Rheinland stolz darauf, Teil dieser wegweisenden Entwicklung zu sein. Gemeinsam schaffen wir hier eine starke Basis für die Fachkräftesicherung von morgen.“
Die Umsetzung des Leistungszentrums ist eine Erfolgsstory in partnerschaftlicher Zusammenarbeit von Stadt, Land und Wirtschaft. Wie die Partner das Vorhaben und die Fachkräfteentwicklung in der Lausitz sehen, beschreibt Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH: „Mit dem Leistungszentrum entsteht ein wichtiger Mosaikstein, der den Wirtschaftsstandort noch attraktiver macht. Während unser Industriepark Lausitz für aktuelle und künftige Partner mit Infrastruktur und Services Raum für Zukunft bietet, werden in unmittelbarer Nachbarschaft die Fachkräfte der Zukunft ausgebildet.“ Die BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH wird mit Fertigstellung des Leistungszentrums für die Lehre der chemiespezifischen Berufe verantwortlich sein.
Das Zepter für die Umsetzung des Leistungszentrums hat nun aber vorerst der Totalübernehmer, die Hentschke Bau GmbH, in der Hand. Deren Geschäftsführer, Jörg Drews und Thomas Alscher übernahmen federführend den feierlichen Akt der Grundsteinlegung und versenkten symbolisch eine Kupferhülse, in der sich neben einer Tageszeitung, der Grundriss des Gebäudes, eine silberne Stadtmünze, eine Hentschke-Zeitschrift, ein Stadtmagazin HeideExtra und die Unterschriftliste der Grundsteinlegung befinden. Der Geschäftsführer der Hentschke Bau GmbH Jörg Drews gibt zur Grundsteinlegung des Leistungszentrums Lausitz folgendes Statement: „Wir freuen uns außerordentlich über den Auftrag und danken der Stadt Schwarzheide für das Vertrauen, das sie unserer Arbeit entgegenbringt. Ein Projekt dieser Größenordnung in wirtschaftlich bewegten Zeiten auf den Weg zu bringen, verdient höchsten Respekt. Dieser Mut, konsequent in die eigene Zukunft zu investieren, ist ein starkes Signal für die gesamte Region. Für uns ist es zugleich der größte Einzelauftrag in der Firmengeschichte. Mit dem Leistungszentrum Lausitz entsteht hier ein zentraler Baustein zur langfristigen Bindung von Arbeitskräften und zur Stärkung des ländlichen Raums. Schwarzheide und das Land Brandenburg zeigen eindrucksvoll, wie Strukturentwicklung aktiv gestaltet werden kann: mit klaren Entscheidungen, Weitsicht und dem Willen, junge Menschen in der Region zu halten. Wenn wir über die Landesgrenze hinweg vom Freistaat Sachsen nach Brandenburg blicken, würden wir uns diesen Mut der politischen Entscheidungsträger an mancher Stelle ebenfalls im Freistaat wünschen. Solche Projekte haben das Potenzial, Regionen nachhaltig zu stärken und Zukunftsperspektiven zu schaffen – gerade außerhalb der Ballungszentren. Wir sind stolz darauf, dieses bedeutende Vorhaben baulich umzusetzen und freuen uns darauf, gemeinsam mit allen Beteiligten ein Stück Zukunft für die Lausitz zu gestalten.“ Mit diesem symbolischen Akt wurde die Grundsteinlegung feierlich beendet.
Die neue Postanschrift des Leistungszentrums Lausitz lautet übrigens, ebenfalls seit heute, „Am Dr.-Dehmel-Platz“ 1. Für diese Straßenumbenennung hatte die Stadtverordnetenversammlung noch am 10. November 2025 den Beschluss gefasst, nachdem der erste Ehrenbürger der Stadt Schwarzheide Dr. Hans-Hermann Dehmel der Straßenbenennung zugestimmt hatte. Dr. Hans-Hermann Dehmel war der erste Geschäftsführer der BASF Schwarzheide GmbH nach der Wende und hat sich, sowohl um die wirtschaftliche als auch gesellschaftliche Entwicklung der Stadt Schwarzheide in besonderer Weise verdient gemacht. Er ist u. a. der Gründer der am 27. Dezember 2000 gegründeten Dehmel-Stiftung, die seither jährlich Stipendien an Schülerinnen und Schüler mit herausragenden Leistungen vergibt sowie finanzielle Unterstützung für unzählige Projekte der Restaurierung von Kunst- und Kulturobjekten und für sonstige soziale Zwecke gewährt. „Dass sich der 86-Jährige gemeinsam mit seiner Ehefrau von Lemförde auf den Weg nach Schwarzheide gemacht hatte, um bei der Grundsteinlegung persönlich dabeizusein, erfüllt mich mit besonders großer Freude“, so Bürgermeister Christoph Schmidt. „Seine Anwesenheit an diesem für unsere Stadt so wichtigen Tag, zeigt einmal mehr seine tiefe Verbundenheit mit unserer Stadt Schwarzheide. Danke Dr. Dehmel.“
Fotoserien
Ein historischer Tag für Schwarzheide: Grundsteinlegung für das Leistungszentrum Lausitz (MO, 24. November 2025)
Startschuss für das größte Bauprojekt der Stadtgeschichte und einen Meilenstein im Strukturwandel.
Am Vormittag des 24. November wurde Geschichte geschrieben: In Schwarzheide wurde der Grundstein für das größte kommunale Bauprojekt der fast 60-jährigen Stadtgeschichte gelegt.
Vor den Augen zahlreicher Gäste aus Politik und Wirtschaft gaben Bürgermeister Christoph Schmidt und Ministerin Kathrin Schneider den Startschuss für das „Leistungszentrum Lausitz“. Mit einem Investitionsvolumen von 140 Millionen Euro entsteht hier ein hochmodernes Aus- und Weiterbildungszentrum für die Industrie 4.0. Ein Leuchtturmprojekt, das Fachkräfte sichert und den Strukturwandel in der gesamten Region nachhaltig prägen wird.
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