Aktionswoche Alkohol 2026: Gesundheitsamt OSL informiert über Risiken und bietet Hilfsangebote
Vom 13. bis 21. Juni 2026 ist bundesweite „Aktionswoche Alkohol“. Ziel ist es, auf gesundheitliche Risiken von Alkoholkonsum aufmerksam zu machen, für Suchterkrankungen zu sensibilisieren und bestehende Hilfsangebote bekannter zu machen.
Alkohol ist als Droge gesellschaftlich akzeptiert, leicht verfügbar und legal erhältlich. Gleichzeitig ist Alkohol eine der häufigsten Ursachen für eine Suchterkrankung. Auch in der Suchtberatung des Landkreises Oberspreewald-Lausitz spielt das Thema eine zentrale Rolle: Alkohol ist der häufigste Grund die Suchtberatungsstelle aufzusuchen. Exemplarisch verdeutlichen das die Zahlen aus 2025. Alkoholerkrankungen standen bei rund 69 Prozent der Beratungsfälle der Suchtberatung OSL im Mittelpunkt. Gefolgt von stimulierenden Substanzen wie Crystal Meth mit 13 Prozent sowie pathologischen Spielen mit 6 Prozent. Die Zahlenwerte beziehen sich nur auf den Personenanteil, der bei der Suchtberatungsstelle vorstellig geworden ist oder in irgendeiner Form den Kontakt aufgenommen hatte.
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse unterstreichen die gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums. Das Robert Koch-Institut hat 2025 seine Empfehlungen zum Alkoholkonsum neu bewertet (Journal of Health Monitoring | 3/2025 | Alkoholkonsum). Demnach gilt ausschließlich ein alkoholfreies Leben als risikofrei für die Gesundheit. Bereits geringe Mengen Alkohol können langfristige gesundheitliche Folgen begünstigen. Mengen von ein bis zwei alkoholischen Getränken pro Woche gelten dabei noch als vergleichsweise risikoarm. In Deutschland konsumiert jedoch fast jede dritte Person mehr als diese Menge und setzt sich damit einem moderaten bis hohen Risiko für Folgeerkrankungen aus.
Alkohol erhöht unter anderem das Risiko für Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schädigungen des Nervensystems. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Abhängigkeitserkrankungen können durch Alkoholkonsum begünstigt oder verstärkt werden.
Mit der ambulanten Suchtberatung, die den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes ergänzt, hält der Landkreis Oberspreewald-Lausitz ein wichtiges Beratungs- und Unterstützungsangebot vor. Die Mitarbeitenden beraten zu Fragen rund um Alkohol-, Drogen-, Nikotin- und Medienkonsum sowie zu weiteren Suchterkrankungen. Auch Angehörige, wie Familie und Freunde, erhalten Unterstützung. Neben Einzelgesprächen gehören auch suchtspezifische Gruppenarbeit, die Vermittlung in weiterführende Hilfen sowie ambulante Nachsorge nach stationärer Therapie zum Leistungsspektrum.
Die Mitarbeitenden beraten vertraulich, kostenfrei und individuell – persönlich, telefonisch oder digital.
Neu: Seit kurzem hat das Team der Suchtberatung die Beratungsmöglichkeiten auf das bundesweite Angebot „DigiSucht“ (www.suchtberatung.digital) ausgeweitet. Über die digitale Plattform können Betroffene und Angehörige unkompliziert Kontakt zur professionellen Beratung aufnehmen – anonym, datenschutzkonform und ortsunabhängig? Die Beratung erfolgt per Chat, Nachricht oder Video. Je nach Wohnort wird die digitale Beratungsanfrage einer Person an die Mitarbeitenden der Suchtberatung geleitet, welche per Nachricht/Chat, Videochat oder in einem persönlichen Termin die Beratung ermöglichen. Damit wird ein niedrigschwelliger Zugang zur Unterstützung erzielt und Bürgerinnen und Bürger profitieren von den Beratungsinhalten, deren Qualität und dem Fachwissen und Netzwerk der OSL-Suchtberatung.
Das digitale Angebot richtet sich insbesondere an Menschen,
die zunächst anonym bleiben möchten,
denen der persönliche Gang in eine Beratungsstelle schwerfällt,
die beruflich oder familiär stark eingebunden sind,
oder die schnelle und niedrigschwellige Unterstützung suchen.
Gerade bei Suchterkrankungen ist die Hemmschwelle, Hilfe anzunehmen, häufig groß. DigiSucht ermöglicht deshalb einen einfachen ersten Schritt in die Beratung und kann dabei helfen, frühzeitig Unterstützung zu erhalten. Die Online-Beratung ersetzt dabei nicht grundsätzlich das persönliche Gespräch, erweitert aber die Zugangswege zur professionellen Hilfe deutlich.
Als kommunale Gesundheitsbehörde übernimmt der Landkreis mit den Angeboten der Suchtberatung eine wichtige Aufgabe der Gesundheitsvorsorge und Prävention. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist die Suchtberatung fest im Gesundheitsamt verortet und wird zentral auf Kreisebene koordiniert, finanziert und ausgeübt. Indem der Landkreis das Angebot aus eigener Hand für die Bürgerinnen und Bürger bereithält können insbesondere im ländlichen Raum wohnortnahe Angebote abgesichert werden und Weiterentwicklungen der Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten, wie z.B. die Ergänzung mit digitalen Angeboten, angepasst an die regionalen Bedarfe erfolgen.
So gibt es im OSL-Gebiet sieben Außenberatungsstellen der Suchtberatung. Hier werden suchtspezifische Gruppenarbeit oder persönliche Beratungstermine nach vorheriger Terminvereinbarung angeboten.
Kontakt:
Suchtberatung des Landkreises Oberspreewald-Lausitz
Gesundheitsamt, Großenhainer Straße 62, 01968 Senftenberg
03573 870-4331
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